Herkunft: unbekannt - dubiose Kleidersammlungen

Dubiose Kleidersammlungen sind immer noch weit verbreitet. Vor allem Aufsteller illegaler Container haben in der Vergangenheit große Gewinne erzielen können und so auch Marktanteile hinzugewonnen. Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist oftmals kaum zu erkennen, ob eine Sammlung rechtmäßig durchgeführt wird und wer davon profitiert.

Über Nacht stehen sie plötzlich da - auf Parkplätzen oder Grünstreifen, bei Supermärkten oder auf Bürgersteigen: Ungenehmigt aufgestellt Container finden sich fast immer an Orten, für die sich niemand zuständig fühlt. Seit einiger Zeit sind besonders silberne Sammelbehälter zu beobachten, die etwas kleiner sind als der übliche Standardcontainer. Um einen seriösen Eindruck zu vermitteln, sind sie teilweise bunt beklebt.

Auswahl einiger ungenehmigt aufgestellten Altkleidercontainer

(klicken Sie sich durch die Galerie)

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Oftmals stehen die ungenehmigten Containern auf unbebauten Grundstücken

Ebenfalls ein unbebautes Grundstück am Ortsrand
Auch Bushaltestellen sind beliebte für ungehnehmigte Aufstellung, da dort die Behälter schnell aufgestellt und entleert werden können.
An dieser Bushaltestelle sind direkt mehrere Container ungenehmigt aufgestellt worden
An Ecken nutzen die dubiosen Sammler die oftmals ungeklärte Eigentümerfrage für sich aus
Nur der (private oder kommunale) Grundstückseigentümer kann gegen den Aufsteller vorgehen

Beispiel eines silbernen Sammelbehälters, der zudem etwas kleiner ist als der übliche Standardcontainer

die bunte Beklebung soll einen (vermeintlich) seriösen Eindruck zu vermitteln

Besonders dreist ist es, wenn der „wilde Container“ direkt neben dem genehmigten Container einer gemeinnützigen Organisation platziert wird. Wer die Sammelbehälter aufstellt und was mit den eingeworfenen Textilien geschieht, bleibt zumeist im Dunklen: Denn oft fehlen Name und Telefonnummer des Aufstellers. Identifiziert werden kann er also nur, wenn ihn zufällig jemand beim Leeren des Containers beobachtet und ein Autokennzeichen notiert.

Gewinne auf Kosten seriöser Sammler

Offensichtlich spekulieren die Aufsteller darauf, möglichst lange ungestört Textilien sammeln zu können - bis der Container vom Grundstücksbesitzer oder der Kommune entfernt wird. In der Zwischenzeit erzielen sie mit den eingeworfenen Textilien Gewinne, die den seriösen Sammlern fehlen. Wohin die Textilien gebracht werden und ob sie, wie es gesetzlich vorgeschrieben ist, einer hochwertigen stofflichen Verwertung zugeführt werden, kann niemand sagen. Einem gemeinnützigen Zweck dienen diese Sammlungen aber mit Sicherheit nicht.
Auch bei Sammlungen mit Wäschekörben oder kleinen Tonnen ist Misstrauen angebracht. Die Behälter werden vor Haustüren oder auf dem Bürgersteig abgestellt - mit dem Hinweis, dass sie am nächsten Tag wieder abgeholt werden. Es handelt sich zumeist um gewerbliche Sammlungen, bei denen aber häufig mit einem „gemieteten“ Namen eines gemeinnützigen Vereins geworben oder sogar ein Vereinsname erfunden wird.

Mehrfacher Gesetzverstoß

Bei dubiosen oder illegalen Sammlungen liegt häufig ein mehrfacher Gesetzesverstoß vor: Sie werden anonym durchgeführt, d.h. der Sammler ist nicht identifizierbar, weil keine Namen oder Kontaktdaten auf dem Sammelbehälter angegeben sind. Die Sammlungen werden in der Regel auch nicht bei der zuständigen Behörde angezeigt; so schreibt es jedoch das Kreislaufwirtschaftsgesetz vor. Außerdem verfügen die Aufsteller nicht über eine Sondernutzungserlaubnis für die belegte Fläche.
Viele Kommunen haben illegalen Sammlungen längere Zeit tatenlos zugesehen. Dadurch konnten die dahinter stehenden Firmen zunehmend Marktanteile erobern und Gewinne zu Lasten der seriösen Sammler erwirtschaften. Die Passivität vieler Kommunen war und ist teilweise auf Unkenntnis der Rechtslage, teilweise auf unklare Zuständigkeiten und Überlastung der zuständigen Dienststellen zurück zu führen. Manche Ordnungsbehörden, die aktiv gegen illegal aufgestellte Container vorgegangen sind, wurden allerdings von den Aufstellern gezielt in langwierige und kostspielige Gerichtsverfahren verwickelt. Das hat seine abschreckende Wirkung nicht verfehlt.

Worauf achten bei Kleidersammlungen?

Wer Kleidung „für einen guten Zweck“ abgeben möchte, kann also böse Überraschungen erleben und sogar unbeabsichtigt dubiose Sammler unterstützen. Deshalb sollten Verbraucher*innen Sammelaufrufe und Containerbeschriftungen genau lesen und deren Aussagen kritisch hinterfragen. (seriöse Abgabestellen hier abfragen)

Seriöse Sammler geben vollständige Kontaktdaten an und stehen Verbraucher*innen oder Behörden für Rückfragen zur Verfügung. Bei Zweifeln und Fragen können Spender*innen sich so direkt erkundigen, was mit den Textilien passiert und wer davon profitiert. Wenn aber ein nachprüfbarer Kontakt fehlt, sollte man in jedem Fall von einer Abgabe absehen. Ist lediglich eine Handynummer angegeben, ist ebenfalls Misstrauen angebracht, denn oftmals ist unter dieser Nummer niemand zu erreichen.

Auch allzu aufdringliche Appelle an die Spendenbereitschaft wie "Hilfe für Flutopfer", "Helfen Sie, damit wir helfen können" oder übertrieben emotional klingende Vereinsnamen wie „Notopferhilfe“ haben nicht selten einen rein gewerblichen Hintergrund. Oft wird so eine gemeinnützige Sammlung vorgetäuscht, um an eine größere Menge Textilien zu gelangen. Der gewerbliche Charakter der Sammlung wird also bewusst verschleiert.

Wenn Verbraucher*innen Zweifel an einer Sammlung haben, können sie sich bei der zuständigen Unteren Abfallbehörde nach ihrer Rechtmäßigkeit erkundigen. Liegt keine Anmeldung vor, ist die Sammlung illegal. In diesem Fall sind die Behörden aufgefordert, die Sammlung zu unterbinden.
Bürgerinnen und Bürger sollten von diesem Recht Gebrauch machen und sich nicht von den Behörden mit dem Verweis auf Datenschutz abwimmeln lassen, wenn sie dubiose oder illegale Sammlungen vermuten.

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