Zweite Hand ist erste Wahl. Secondhand im Trend

Das Angebot an Secondhand-Textilien wächst stetig, sowohl online als auch im lokalen Handel. Plattformen wie Thriftify haben in den letzten Jahren an Beliebtheit gewonnen und bieten eine einfache Möglichkeit, gebrauchte Kleidung zu kaufen oder Klamotten selbst zu verkaufen. Dabei ist die Auswahl an Marken und Stilen oft genauso groß wie im herkömmlichen Einzelhandel. Das Besondere bei Secondhand-Ware ist allerdings, dass es sich bei jedem Teil um ein Einzelstück handelt.

Mehr als jede/r zweite Deutsche kauft regelmäßig, mindestens einmal jährlich, Secondhand-Kleidung.

Secondhand global: Ganz normal

Nicht nur in Europa und Nordamerika erfreuen sich Secondhand-Klamotten großer Beliebtheit. Tatsächlich tragen etwa 80% der Weltbevölkerung gebrauchte Kleidung. In vielen Teilen der Welt sind Secondhand- Textilien sogar oft die beste Möglichkeit, sich mit Kleidung auszustatten. Das zeigt, dass der Trend zu Secondhand-Textilien nicht nur ein westliches Phänomen ist, vielmehr ist es völlig normal Kleidung Secondhand zu shoppen.


Knapp 80% der Weltbevölkerung trägt Secondhand-Kleidung. Rund 67% der Deutschen geben an, bereits Secondhand-Kleidung gekauft zu haben.


Echtes Vintage sorgt für echtes Einkaufserlebnis

Mode ist geprägt durch immer wieder wechselnde Trends, sodass immer wechselnde Farben oder Schnitte das Angebot der Neuware dominieren. Im Gegensatz zum Kauf von der Stange bieten Secondhand- Läden Mode aus unterschiedlichen Jahrzehnten und damit auch unterschiedlichste Styles an. Natürlich kostet es unter Umständen etwas mehr Mühe die passenden Teile für sich zu finden, da das Angebot am Secondhand-Markt in der Regel aus Einzelstücken besteht. Wenn man dann ein Stück für sich findet, ist die Freude umso größer und die Wahrscheinlichkeit, dass ein neues Lieblingsstück im Schrank landet, sogar deutlich höher. Das Internet erleichtert übrigens diese „Schatzsuche“ noch einmal gewaltig – sicher auch ein Grund, warum Secondhand-Bekleidung immer mehr im Trend ist. Das Stöbern durch Secondhand-Kleidung bietet so auch eine einzigartige Möglichkeit, sich seinen individuellen Modestil zu kreieren. Nicht zuletzt schont Secondhand den Geldbeutel, denn in Secondhandläden findet man oft Vintage-Kleidung oder Designerstücke zu einem Bruchteil des Originalpreises.


Secondhand-Kleidung wird am liebsten online geshoppt, gerade die Generation 50+ kauft gerne online, die Generation unter 25 bevorzugt jedoch das Stöbern in Secondhand-Läden.


Secondhand-Textilien für mehr Nachhaltigkeit

Neben der Individualität und den geringeren Kosten ist das Tragen von Secondhand-Textilien aber auch eine der nachhaltigsten Entscheidungen, die man in Bezug auf Mode treffen kann. Denn durch den Kauf von gebrauchter Kleidung wird die Produktion neuer Textilien reduziert und somit werden wichtige Ressourcen in der Produktion geschont. Laut einer Studie des Bundesumweltamtes spart die Verwendung von gebrauchter Kleidung pro getragenem Kleidungsstück etwa 0,9 Teile in der Neuproduktion. Dadurch wird nicht nur die Umwelt geschützt, sondern auch der Klimawandel positiv beeinflusst.

Gemeinnützige Läden: Vintage für alle mit einem guten Zweck verbinden

Neben Online-Plattformen gibt es auch immer mehr gemeinnützige Läden, wie Charity Shops, die Secondhand-Textilien anbieten. Diese Läden sind nicht nur für Menschen mit einem schmalen  Geldbeutel da, sondern auch für Käufer*innen, die bewusst auf Nachhaltigkeit achten. Das Besondere an diesen Läden: Durch den Kauf von gebrauchter Kleidung werden außerdem wohltätige Zwecke unterstützt, da die Erlöse für soziale Projekte eingesetzt werden.

Gute Gründe für Secondhand

Secondhand-Textilien sind eine nachhaltige und bewusste Alternative zu neuproduzierten Klamotten. Sie bieten nicht nur die Möglichkeit, einen eigenen individuellen Modestil zu prägen und Geld zu sparen, sondern auch Ressourcen zu schonen und selbst einen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Ein echtes Einkaufserlebnis und die Chance, einzigartige Stücke zu finden, machen das Shoppen von Secondhandtextilien zu einem Erlebnis. Auch wenn nicht gleich der ganze Schrank aus zweiter Hand sein muss, lohnt es sich sicher, sich einmal auf dem Markt für Secondhand-Bekleidung umzuschauen.


Es gibt vier Wege für Läden und Onlineshops, um an Secondhand-Kleidung zu kommen:

• Kommissionsmodell: Läden bekommen die Sachen direkt von ihren Kund*innen und verkaufen sie in ihrem Auftrag. Kund*innen und die Läden bekommen jeweils einen Anteil des Erlöses. (Beispiel: Stationäre Läden, Sellpy, Mädchenflohmarkt etc.)

• Direktankauf: Der Laden kauft die Kleidung direkt von Privatpersonen und verkauft weiter. (Beispiel: Momox-Fashion)

• Spenden-Ware: Die gespendete Ware wird von gemeinnützigen Organisationen direkt vor Ort weiterverkauft. Mit den Erlösen finanzieren die Organisationen ihre sozialen Projekte. (Beispiele: FairWertung-Organisationen)

• Wholesale: Der Laden kauft seine Secondhand-Ware über Zwischenhändler. Wholesaler bekommen ihre Ware durch kommerzielle und karitative Sammler, die nicht selbst verkaufen. So kann man auch über Landesgrenzen hinweg einkaufen.


Info: Dieser Text ist Teil der durch die Stiftung Umwelt und Entwicklung geförderten Sensibilisierungskampagne Aus den Augen, aus dem Sinn? Die Wege Deiner Altkleider.

 

 

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